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Dr. Magdalena Zorn

Sommersemester 2019

Magdalena Zorn – PortraitMagdalena Zorn ist Akademische Rätin am Institut für Musikwissenschaft an der LMU München. Sie studierte Musikwissenschaft, Neue deutsche Literatur, Phonetik des Französischen und Kommunikationswissenschaft in Innsbruck, Freiburg und München. Im Anschluss an ihr Engagement als Musiktheaterdramaturgin am Schweizer Theater St. Gallen wurde sie mit einer Arbeit zum musikgeschichtlichen Bezug zwischen Karlheinz Stockhausen und Richard Wagner promoviert. Derzeit leitet sie an der LMU das darauf aufbauende, Musik und Bildende Kunst verzahnende DFG-Projekt "Die Licht-Räume der deutschen Nachkriegsavantgarde".

In ihrem Habilitationsprojekt widmet sie sich der Philosophie des musikalischen Werkes, das seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart Gegenstand theoretischer Reflexionen geblieben ist. Der musikgeschichtliche Diskurs führt das schriftlich notierte Musikwerk auf die Erfindungsgabe eines komponierenden Subjekts und damit auf ein Phänomen künstlerischen Ausdrucks zurück. Was aber ist es, das im Werk zum Ausdruck gelangt, und mit welchen Darstellungsmitteln (wie) wird es ausgedrückt, wo Musik doch gemeinhin als repräsentationsloses Medium gilt? Die These des im Entstehen begriffenen Buches lautet: Ein Musikwerk bringt vor allem Metaphern des Hörens zum Ausdruck, die tautologisch auf die Hörbarkeit des Werkes verweisen. Damit erweist sich zugleich auch die Funktion des Komponierens als revisionsbedürftig. Auf der theoretischen Basis der interdisziplinären Kunstphilosophie und der Philosophischen Anthropologie des 20. Jahrhunderts erscheinen Komponist/innen nämlich in erster Linie als "Hörer/innen", die im Werk Strukturen auskomponieren, als ob sie hören würden.

Während ihrer Zeit als Junior Researcher in Residence am CAS will Magdalena Zorn phänomenologische Strukturen des '(Zu-)Hörens' in exemplarischen Analysen bis in die konkrete Gestalt von Musikwerken hinein verfolgen. Neben dieser analytischen Befestigung des Arguments, wonach Komposition Transkription von Audition ist, arbeitet sie an einer theoretischen Reformulierung der am Musikwerk beteiligten Agent/innen, den Komponist/innen, Interpret/innen und Hörer/innen. Zusammen mit ihrem Visiting Fellow Brian Kane (Yale University) ergründet sie schließlich im Rahmen eines Workshops das von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert hinein von der Musikphilosophie stets untermauerte Dispositiv einer Trennung von Auge und Ohr, das die ausdrückliche Hörphilosophie des Musikwerkes erst möglich machte.

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