Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Dr. Johanna Zorn

Wintersemester 2020/21

Johanna Zorn – PortraitJohanna Zorn ist Akademische Rätin auf Zeit am Institut für Theaterwissenschaft der LMU München. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft an den Universitäten Innsbruck, Aix-en-Provence und Zürich. Gefördert durch ein Promotionsstipendium nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz wurde sie im Anschluss daran mit einer Arbeit über Christoph Schlingensiefs letzte Bühnenarbeiten an der LMU promoviert.

In ihrem Habilitationsprojekt widmet sie sich der theaterwissenschaftlichen Analyse und philosophischen Kontextualisierung von künstlerischen Praktiken, die auf der paradoxen Konstruktion einer Deckungsgleichheit von Kunst und Welt basieren. Johanna Zorn geht dabei von der Beobachtung aus, dass im zeitgenössischen Panorama von Theater, Performance und Installation eine signifikante Tendenz zur Erzeugung von "Duplikaten der Welt" besteht, die ein ästhetisches In-der-Welt-Sein als totale Erfahrung in Aussicht stellt. In wechselnden Schwerpunktsetzungen suggerieren entsprechende künstlerische Konzepte, etwa über die Doppelung von Lebenszeit als Zeit der Kunsterfahrung, eine ästhetische Verdopplung von Welterfahrung suggeriert. Diese Verdopplung ruft ihrerseits die aporetische Gedankenfigur der "Karte im Maßstab 1 zu 1" auf, die sich in ihren Ausmaßen mit dem Abgebildeten decken soll. Die Leistung des Forschungsprojektes liegt nicht nur im Nachweis des Paradigmenwechsels von mimetischen Praktiken, sondern auch darin zu zeigen, wie die Funktion von performativer und installativer Kunst sich verändert: Die lebensweltliche Konsequenz von künstlerischer Mimesis selbst rückt dabei in den Mittelpunkt.

Als Junior Researcher in Residence am CAS wird Johanna Zorn die analytischen und theoretischen Implikationen ihrer bisherigen Forschung reflektieren. Dabei widmet sie sich vor allem dem gedanklich-theoretischen Transfer von für ihre Forschung zentralen Begriffen, die in unterschiedlichen Fachdiskursen jeweils andere Implikationen mit sich bringen. Im Spannungsfeld von theaterwissenschaftlicher, kunstphilosophischer und literaturwissenschaftlicher Forschung sollen auf diese Weise die zugrundeliegenden mimetischen Praktiken erforscht werden.

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