Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Dr. Simon Pröll

Sommersemester 2019

Simon Pröll – PortraitSimon Pröll ist als Akademischer Rat in der Germanistischen Linguistik der LMU München. Nach seinem Studium der Deutschen Sprachwissenschaft, Neueren deutschen Literaturwissenschaft und Psychologie in Augsburg und Oslo wurde er 2014 mit einer Arbeit zur geostatistischen Analyse von Dialektdaten ("Raumvariation zwischen Muster und Zufall") promoviert.

Sein Habilitationsprojekt behandelt den Phasenübergang des modernen Standarddeutschen zu einer natürlichen Sprache. Die Standardvarietät des Deutschen ist mittlerweile für eine kritische Masse an Sprecherinnen und Sprechern nicht mehr nur reine Schriftsprache, sondern auch die natürlich erworbene Erstsprache ("Muttersprache"). Diese Nativierung führt nicht nur zu psycholinguistisch bedingten Änderungen im System, sondern auch zu einem wachsenden Abstand zwischen dem mündlichen (ungesteuert erworbenen) und dem historisch älteren, konservativeren schriftlichen Teil. Zur Analyse dieser Entwicklung werden Entstehung, Erwerb, Variation und Modalität des gesprochenen Standards beleuchtet, wobei insbesondere die systeminternen Erwerbs- und Wandelprozesse theoretisch modelliert werden, die über den Verlauf der letzten Jahrzehnte zur modernen Situation beigetragen haben.

Während seiner Zeit als Junior Researcher in Residence am CAS wird sich Simon Pröll anhand der Auswertung von Versprecherdaten mit der Schnittstelle von Empirie und linguistischer Theoriebildung beschäftigen. Versprecher werden bislang meist lediglich zur Erklärung von Prozessen der Sprachproduktion herangezogen; Ziel des Teilprojekts ist es, grundlegende theoretische Fragen zur phonologischen und morphologischen Struktur des gesprochenen Standarddeutschen mittels empirischer Evidenz, die aus sprachlichen Fehlleistungen erwächst, zu modellieren. Zusammen mit seinem Visiting Fellow Martin Pfeiffer (Universität Freiburg) werden die Möglichkeiten, die sich aus dieser Nutzung von reinen Performanzdaten für die Klärung von Fragen, die sich auf Kompetenzebene stellen, erarbeitet und in einem gemeinsamen Workshop diskutiert.

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