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Dr. Heinrich Liesefeld

Wintersemester 2020/21

Heinrich Liesefeld – PortraitHeinrich Liesefeld ist Akademischer Rat auf Zeit in der Allgemeinen und Experimentellen Psychologie der LMU München. Er hat Psychologie (Diplom) an der Universität des Saarlandes studiert und Auslandssemester in Nancy (Frankreich) und Shanghai (China) absolviert. Seine Dissertation zu den neurokognitiven Mechanismen der mentalen Rotation im Internationalen Graduiertenkolleg Adaptive Minds (Saarbrücken/Peking) wurde mit der Note summa cum laude und zwei Dissertationspreisen ausgezeichnet.

Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit den Limitationen der visuellen Informationsverarbeitung beim Menschen, insbesondere mit den Themen "Aufmerksamkeit" und "Arbeitsgedächtnis". Ständig strömt eine enorme Menge visueller Eindrücke auf uns Menschen ein, von denen nur ein Bruchteil einigermaßen detailliert verarbeitet werden kann. Häufig passiert es zudem, dass unter den wenigen Objekten, die wir bewusst verarbeiten, die falschen unsere Aufmerksamkeit ziehen – ein Phänomen, das als "Ablenkung" bezeichnet wird und das im Alltag teilweise dramatische Konsequenzen hat (z.B. wenn ein Autofahrer ein Stoppschild übersieht). Ein zentraler Flaschenhals der Informationsverarbeitung ist das "Arbeitsgedächtnis", welches eine kleine Menge Information aufrechterhalten und manipulieren kann. Warum einige Aspekte der Umwelt (bewusst) verarbeitet werden und andere nicht, wird unter dem Stichwort "Aufmerksamkeit" untersucht. Hinter diesen einfachen Begriffen (Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Ablenkung) verbergen sich komplexe Systeme verschiedenster kognitiver Mechanismen, deren Interaktion kaum in verbalen Theorien gefasst werden kann und von denen sich die meisten der direkten Beobachtung entziehen. Daher entwickelt Heinrich in seiner Forschung Computer-Modelle, die diese theoretischen Mechanismen in konkrete mathematische Gleichungen übersetzen und mittels Optimierungsalgorithmen in Bezug zu beobachtbaren Daten bringen. Diese Daten stammen aus computerbasierten Experimenten, bei denen theoriegeleitet Aspekte der visuellen Szene und zu bearbeitenden Aufgabe experimentell variiert werden. Dabei bezieht er auch neurokognitive Daten wie Augenbewegungen (gemessen mittels Eye-Tracking) und Gehirnaktivität (gemessen mittels Elektroenzephalographie) in seine Modellierungen ein.