Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Dr. Irmtraud Huber

Sommersemester 2020

Irmtraud Huber – PortraitIrmtraud Huber ist Akademische Rätin am Institut für Anglistik und Amerikanistik der LMU München. Nach ihrem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Englischen Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der LMU arbeitete sie als Assistentin an der Universität Bern, wo sie mit einer Arbeit zur Literatur nach der Postmoderne ("Reconstructive Dreams: A Pragmatic Fantastic after Postmodernism") promoviert wurde. Gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds hat sie an der Columbia University, der Cambridge University und der Queen Mary University of London geforscht.

Im Rahmen Ihres Habilitationsprojekts beschäftigt sie die Frage, wie sich - während der Regierungsjahre von Königin Viktoria in Großbritannien - Veränderungen im vorherrschenden Zeitverständnis auf die Produktion und Theorie der Dichtung ausgewirkt haben. In einer Zeit des Wandels, insbesondere des Wandels von Zeitvorstellungen und Zeitpraktiken, sah sich eine literarische Gattung, die sich lange dem Unvergänglichen und ewig Gültigem verschrieben hatte, zunehmend gezwungen, sich neu zu erfinden. In einzelnen Kapiteln untersucht Irmtraud Huber die Herausforderungen, welche die neue Autorität der Wissenschaft und die Erfolgsgeschichte des Romans für das Dichtungsideal der zeitlosen Wahrheit mit sich brachten. Sie fragt nach dem Einfluss maschineller Rhythmen auf die zeitgenössische Prosodie und nach den Zeitinnovationen viktorianischer Gattungsexperimente. Schließlich analysiert sie die Kategorie der Muße als problematische Quelle der Kreativität für viktorianische Dichter. Mit der Untersuchung dieser historischen Aspekte eröffnet Irmtraud Huber auch eine kritische Perspektive auf die Parameter und Blindstellen von heutzutage gängigen Zeitvorstellungen.

Als Junior Researcher in Residence am CAS wird Irmtraud Huber die theoretischen Implikationen der Ergebnisse ihrer literaturhistorischen Forschung herausarbeiten. Dabei wird es ihr darum gehen zu zeigen, dass die weitverbreitete Meinung, Lyrik sei zeitlos, historische Wurzeln hat und das Resultat von mehreren, miteinander verschränkten Bedeutungsverschiebungen ist und mit einer zunehmenden Prominenz eines narrativen Zeitverständnisses korreliert. Dem wird sie die Frage entgegenstellen, wie lyrische Zeitlichkeit zu beschreiben wäre. Zudem wird sie einen Workshop zum Thema "The Agency of Poetic Form" durchführen, in dem im Sinne des Neuen Formalismus das poetische Formprinzip selbst als Träger, Ermöglicher und Initiant von Wissen, Affekt und Bedeutung befragt werden soll.

Visiting Fellows

  • Prof. Marion Thain, Ph.D.
    (King's College London)

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