Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Vortragsreihe im Sommersemester 2010 – "Vor der Katastrophe. Szenarien aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft"

Wie gebannt verfolgen wir Katastrophenmeldungen in den Medien: Immer größer sind die tatsächlichen oder erwarteten Opferzahlen nach Erdbeben, Fluten oder Pandemien, immer bedrohlicher scheint die Natur auf menschliche Manipulationen zu reagieren. Gerade das Unvorhersehbare von Naturereignissen hat seit jeher die menschliche Phantasie in gleichem Maße wie die Vernunft angeregt. Während mit der Vorstellung der Apokalypse als der größten aller möglichen Katastrophen der Gedanke einherging, dass den Menschen nur eine kurze historische Spanne beschieden sei, öffnete sich mit der Frühen Neuzeit der zeitliche Horizont. Die Wahrscheinlichkeit von Katastrophen konnte berechnet werden, ihre Auswirkungen technisch eingegrenzt. Heute scheint sich dieser Optimismus, bei allen technischen Fortschritten, wieder zu relativieren. Es entwickelt sich die Einsicht, dass selbst unsere modernen Gesellschaften nicht unabhängig von der natürlichen Umwelt existieren können, sondern dass die Politik zunehmend wird regulierend eingreifen müssen, um die natürlichen Lebensvoraussetzungen zu erhalten.

In der Veranstaltungsreihe sollen jeweils Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen miteinander ins Gespräch kommen, um die Erforschung von Naturkatastrophen mit den Deutungen oder Vorstellungen zu konfrontieren, die sie in der Geschichte hinterlassen haben oder die Konsequenzen auszuloten, die sie für das menschliche Zusammenleben in sozialer, politischer oder rechtlicher Hinsicht haben.