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Extradisziplinäres Wissen in der Verwaltungsrechtswissenschaft

Zur Entwicklung binnenjuristischer Metaregeln für den Umgang mit Rechtsexterner Expertise. Ein Workshop unter Leitung von Dr. Dr. Ino Augsberg (CAS Researcher in Residence).

25.08.2011 – 26.08.2011

Unter den Bedingungen der modernen Wissensgesellschaft wird die früher scheinbar klare Unterscheidung zwischen einer rein kognitiven, sachverhaltsbezogenen, und einer genuin normativen, rechtssatzbezogenen Dimension der Rechtsanwendung brüchig. In den Fokus der Aufmerksamkeit rückt stattdessen die Verschränkung der Dimensionen. Wissen erscheint als "kognitive Dimension des Rechts" nicht länger als primär durch externe Sachverständige thematisierbares Problem, sondern als genuin (verwaltungs)rechtswissenschaftlicher Erkenntnisgegenstand. Die erforderliche rechtsinterne Wissensgenerierung bildet dabei zumal eine besondere Herausforderung für Fragen der Interdisziplinarität. Weil Wissen keine zentral aggregierbare Kompetenz mehr ist, sondern der Zuwachs des Wissens mit seiner zunehmenden Zerstreuung einhergeht, wird die Orientierung an fremdsystemischen Wissensbeständen notwendig. Zugleich aber wird durch die weiter voranschreitende Ausdifferenzierung der Wissenschaft und die Entwicklung immer komplexerer Modellkonzeptionen eben diese Orientierung erschwert. Wie lässt sich angesichts dieses Befundes einerseits die juristische Eigenrationalität aufrechterhalten, andererseits das Fremdwissen anderer Fachdisziplinen, das rechtsintern nicht produziert werden kann, in die spezifisch juridischen Entscheidungsprozesse integrieren? Welche etwaigen "Übersetzungsregeln", im Sinne von "rechtseigenen Selektivitätskriterien", können in der bereits geläufigen Praxis aufgedeckt oder neu entwickelt werden, um die extradisziplinäre Fachkenntnis etwa der Ökonomie, der Soziologie oder der Politologie in die verwaltungsrecht(swissenschaft)lichen Konzeptionen einspeisen zu können? Diese Fragen sollen auf dem Workshop in sowohl allgemeiner Perspektive wie in einzelnen bereichsspezifischen Analysen näher erörtert werden.