Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Vortrag von Prof. Dr. Alain Supiot – Les Fondements Dogmatiques du Marché

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Clemens Pornschlegel

15.12.2010 um 18:15 Uhr

"Arbeit ist keine Ware." So lautet der erste Satz der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) vom 10. Mai 1944. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs hatte die Konferenz von Philadelphia sich zum Ziel gesetzt, eine Weltordnung zu schaffen, in der die internationalen Wirtschaftsbeziehungen den Prinzipien der Menschenwürde und der sozialen Gerechtigkeit unterstellt würden. Der führende französische Arbeitsrechtler Alain Supiot interpretiert den gegenwärtigen, neoliberalen Globalisierungsprozess, in dem das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit systematisch den ökonomischen Anforderungen des Marktes unterworfen wird, als Pervertierung der Erklärung von Philadelphia. Der blinde Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes und seine Unfehlbarkeit hat, so Supiot, das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und nach der gerechten Verteilung des Reichtums verdrängt. Gleichzeitig vergisst er die dogmatischen Voraussetzungen seiner selbst, nämlich die Tatsache, dass es keinen Tausch und keinen Markt ohne den Glauben an übergeordnete Prinzipien gibt.

Ein Vortrag im Rahmen des LMUexcellent-Projekts Gegenwelten. Religiöse Ordnungsmodelle der säkularen Moderne.

Alain Supiot ist Professor für Sozialrecht und Rechtsvergleich an der Universität Nantes und Direktor des dortigen Institut d’Études Avancées.

Der Vortrag wird auf Französisch gehalten; eine englische Textfassung wird den Zuhörern zur Verfügung gestellt.

Ort: Vortragssaal des CAS
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Wenn Sie Interesse an unserer Veranstaltung haben, bitten wir Sie sich mit uns in Verbindung zu setzen: E-Mail.