Center for Advanced Studies LMU (CAS)
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Vortrag von Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht
"Referenzparadox? Über den epistemologischen Ort von Gustave Flauberts Romanen"

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Barbara Vinken

28.10.2009 um 18:15 Uhr

Kein anderer Autor des 19. Jahrhunderts hat Gegenstände so präzise beschrieben wie Gustave Flaubert, während sein Schreiben auf der anderen Seite kein Bild von mit sich selbst identischen Bezugsobjekten mehr erzielt. Dieses „Referenzparadox“, das Flaubert in den Äußerungen zu seinem eigenen Werk nicht ausdrücklich thematisierte, ist für Hans Ulrich Gumbrecht der Ausgangspunkt für eine Analyse seiner Romane und Erzählungen, in denen unterschiedliche Perspektiven auf scheinbar identische Bezugsobjekte einfach nebeneinandergestellt werden, ohne zu einer einzigen, homogenen Weltsicht zu führen. Gumbrecht geht hierbei von Michel Foucaults Diagnose der „Krise der Repräsentation“ als dem bedeutendsten epistemologischen Ereignis des 19. Jahrhunderts aus und wendet sie auf den literarischen Realismus an. Während die meisten anderen Autoren davon überzeugt waren, dass unterschiedliche Lösungen für diese Krise gefunden werden können, war Gustave Flaubert möglicherweise der erste Vertreter des literarischen Realismus, dessen Werk sich einem solchen Trost versagte.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Flaubert-Lectures des Flaubert-Zentrums München.

Hans Ulrich Gumbrecht ist Professor für Komparatistik an der Universität Stanford.

Ort: Vortragssaal des CAS
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Wenn Sie Interesse an unserer Veranstaltung haben, bitten wir Sie sich mit uns in Verbindung zu setzen: E-Mail.